Zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober 2026
Gerlinde aus Kaiserslautern war Bürokauffrau, davor hatte sie 20 Jahre in einem Krankenhaus gearbeitet.
Dann zwang eine schwere Depression sie 2016 in die Frührente. Sie braucht weiter Medikamente.
Seit die Preise gestiegen sind, reicht ihr Geld kaum noch. Sie achtet auf jedes Sonderangebot und geht regelmäßig zur Tafel. Dem SWR sagt sie:
„Die Rente ist leider oft fürs Überleben und nicht fürs Leben.“
Kein Einzelfall
Laut Tafel-Dachverband ist fast ein Viertel aller Tafel-Nutzenden im Rentenalter.
Insgesamt gelten in Deutschland 13,3 Millionen Menschen als armutsgefährdet, gut jeder Sechste, und die Zahl steigt. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Alleinerziehende.
Weltweit leben nach Angaben der Weltbank rund 831 Millionen Menschen in extremer Armut, mit weniger als drei US-Dollar am Tag.
Armut hat Ursachen
Der indische Sozialreformer P. R. Sarkar (1921–1990), Begründer der Progressiven Nutzungstheorie PROUT, sah in der Armut vor allem eine Folge wirtschaftlicher Ausbeutung:
„Da Armut heute das Hauptproblem der Welt ist, gibt PROUT dem Kampf gegen wirtschaftliche Ausbeutung oberste Priorität, denn sie betrifft den Lebensunterhalt und die Existenz der Menschen.“
Seine Antwort: Nahrung, Kleidung, Wohnung, Bildung und medizinische Versorgung werden allen garantiert, durch sichere Arbeit und wachsende Kaufkraft statt durch Almosen.
Was jetzt zu tun ist
Für Deutschland hieße das: Rente, Grundsicherung und Löhne richten sich nach dem, was ein würdiges Leben heute kostet, nicht nach der Haushaltslage.
Wohnen und Gesundheit gehören nicht in die Logik maximaler Rendite.
Genossenschaften und regionale Wirtschaft verdienen mehr Raum, weil sie Wertschöpfung und Kaufkraft vor Ort halten.
Foto: Peronimo, „Homeless, Bremen (2014)“, via Wikimedia Commons, Lizenz CC BY 2.0 (creativecommons.org/licenses/by/2.0), zugeschnitten
Dieser Beitrag erschien zuerst im TAGESLICHT Magazin: Armut ist kein Schicksal – sie ist eine Frage der Ordnung






