Friedrich Merz in Indien: Zwischen Besinnung und politischer Wirklichkeit
Gandhi-Ashram, Gästebucheintrag und eine Rede wenige Tage später
Bei seiner ersten amtlichen Reise nach Indien besuchte Bundeskanzler Friedrich Merz im vergangenen Monat den Gandhi-Ashram in Ahmedabad – einen Ort, der untrennbar mit dem Leben und Wirken von Mahatma Gandhi verbunden ist.
Der Besuch war nicht nur formell. Merz erwies Gandhi dort seine Ehrung durch die Darbringung von Blütenblättern und hielt sich für einige Zeit im stillen Garten des Ashrams auf. In der öffentlichen Darstellung stand dabei weniger Gandhi als politische Führungsperson im Vordergrund, sondern vor allem als geistiges und spirituelles Vorbild.
Eintrag ins Gästebuch
Im Gästebuch des Ashrams schrieb Merz:
„Mahatma Gandhis unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Freiheit und an die Würde jedes einzelnen Menschen inspiriert uns bis heute. Dieses Vermächtnis verbindet Inder und Deutsche als Freunde in einer Welt, die vielleicht mehr denn je auf Gandhis Lehren angewiesen ist.“
Die Worte sprechen von einem gemeinsamen menschlichen Bezug: von Würde, Freiheit und der weltweiten Bedeutung geistiger Orientierung.
Eine Aussage wenige Tage später
Nur zwei Tage nach dem Indien-Besuch, der öffentlich stark von Besinnung, Würde und Gandhis Vermächtnis geprägt war, sprach Merz bei einer Veranstaltung in Halle über Europas Zukunft und das Verhältnis zu Russland. Er sprach davon, dass Deutschland langfristig wieder zu guten Beziehungen mit seinem größten europäischen Nachbarn Russland finden müsse. Wörtlich sagte er:
„Wenn es uns gelingt, Frieden und Freiheit nach Europa zurückzubringen, wenn wir wieder mit unserem größten europäischen Nachbarn, nämlich mit Russland, auf längere Sicht einen Ausgleich finden – dann gehört auch dazu, anzuerkennen: Russland ist ein europäisches Land.“
Diese Aussage unterschied sich im Ton deutlich von früheren, deutlich schärferen Aussagen zur Rolle Russlands in Europa – auch im Vergleich zu Positionen, die aus dem Auswärtigen Amt bekannt waren. Es war eine öffnende Sprache mit einem ungewohnt versöhnlichen Ausblick in Bezug zu Russland.
Zwischen der Indien-Reise und der stillen Begegnung mit Gandhis geistigem Erbe und der späteren Rede in Ostdeutschland lagen nur wenige Tage.
Politisches und Persönliches
Nach seinem Empfang in Indien betonte Merz offiziell:
„Die Partnerschaft mit Indien hat für Deutschland eine hohe Priorität.“
Er verwies dabei auf gemeinsame Werte, wirtschaftliche Zusammenarbeit und strategische Interessen.
Zugleich spricht einiges dafür, dass diese Reise für ihn nicht nur große politische Bedeutung trug, sondern auch persönlich bedeutsam gewesen sein könnte.
Die Erfahrung der Herzlichkeit und Geistlichkeit der indischen Kultur und der Besuch des Gandhi-Ashrams wirkten vielleicht mehr als nur oberflächlich.
Persönliche Anmerkung
Ich selbst war bei meinem ersten Indien-Besuch erst 18 Jahre alt. Durch die Liebe meines spirituellen Vaters und Gurus erfuhr ich damals eine innere Reinigung, eine Stärkung und eine Verbindung zu meinem innersten Wesenskern, die bis heute anhält.
Ein Jahr nach diesem Besuch ging ich in einen Ashram und begann mein Leben als Mönch.
Besondere, positive Begegnungen und Umgebungen können innere Reifung ermöglichen.
Die Bilder sind KI-erstellte Illustrationen eines öffentlich dokumentierten Staatsbesuchs.






