In Dresden verklagte Vonovia fast 900 Mieter, weil sie einer Mieterhöhung nicht zugestimmt hatten. Das Amtsgericht entschied bis Februar rund 500 Verfahren, die meisten verlor der Konzern.
In Berlin ist nun die Vergesellschaftung von Wohnungen großer privater Eigentümer geplant.
Betroffen wären Bestände ab 10.000 Wohnungen, die Entschädigung soll bei 16 Milliarden Euro gedeckelt werden. Ein Gesetz soll bis Mitte 2028 vorliegen.
Ökonom Prof. Stefan Homburg nannte den Plan am 20. Oktober auf X „Raub“, der vor Gericht scheitern werde. Neue Wohnungen entstünden so nicht.
Wir haben ihm geantwortet: Das Grundgesetz verlangt eine gerechte Entschädigung. Ein Vorhaben, das vor Gericht scheitert, kostet Jahre und schafft keine einzige Wohnung. Aufrichtige und fähige Politiker prüfen das vorher und setzen andere Lösungen um.
Das Ziel teilen wir. Wohnen ist ein Grundbedürfnis, und deine bezahlbare Wohnung wiegt schwerer als die Rendite eines Konzerns.
Große Wohnungsunternehmen wollen wir langfristig und in gerechter Einigung mit den Eigentümern in Genossenschaften überführen. Ihre Anteile sollen zum größten Teil den Mietern und zu einem kleineren Teil den Beschäftigten gehören. Die bisherigen Eigentümer werden aus den weiter laufenden Mieten entschädigt.
So wechselt das Haus nicht bloß vom Konzern zum Senat, sondern gehört denen, die darin wohnen.
Dazu gehören mehr Neubau, dauerhaft günstige Sozialwohnungen und eine Bodensteuer, die das Brachliegenlassen von Bauland teuer macht.
Berlin braucht einen Weg, der vor Gericht hält und die Wohnungen in die Hände der Mieter legt.
Mietenwahnsinn-Demonstration in Berlin. Foto: Leonhard Lenz, via Wikimedia Commons
Dieser Beitrag erschien zuerst im TAGESLICHT Magazin: Vom Konzern zur Genossenschaft: Wem sollen Berlins Wohnungen gehören?







