In der Nacht vom 2. auf den 3. November schliefen in Hamburg 404 Menschen in den beiden großen Unterkünften des Winternotprogramms.
Seit dem 1. November läuft in ganz Deutschland wieder die Kältehilfe, in Berlin zum Teil schon seit Oktober. Notübernachtungen öffnen, Suppenküchen kochen, Kältebusse fahren nachts durch die Städte und bringen Tee, Decken und Schlafsäcke.
Hamburg bietet zusammen mit seinen ganzjährigen Notunterkünften bis Ende März rund 1.100 Schlafplätze an.
Die Kältehilfe rettet Leben
So sagt es Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. Er erinnert zugleich daran, dass die Kommunen obdachlose Menschen unterbringen müssen und nicht alle dieser Pflicht nachkommen.
Wie ernst das ist, zeigt der letzte Winter. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe zählte von Oktober 2025 bis März 2026 mindestens 14 erfrorene wohnungslose Menschen, dazu sechs Verdachtsfälle.
Ein Bett im Winter ist noch keine Wohnung
Nothilfe hält Menschen am Leben. Die Ursache beseitigt sie nicht.
Nach der Hochrechnung der BAG Wohnungslosenhilfe waren 2024 in Deutschland über eine Million Menschen wohnungslos. Rund 56.000 lebten ganz ohne Unterkunft auf der Straße. Als zentrale Gründe nennt der Verband fehlenden bezahlbaren Wohnraum und Armut.
Ein Dach und ein warmer Raum gehören zu dem, was jeder Mensch zum Leben braucht, so wie Nahrung, Kleidung, Bildung und ärztliche Hilfe. PROUT macht daraus keine Frage der Mildtätigkeit, sondern eine Pflicht der ganzen Gesellschaft. Shrii P. R. Sarkar sagte:
„Die erste Voraussetzung wirtschaftlicher Demokratie ist, dass die Mindestbedürfnisse der jeweiligen Zeit, darunter Nahrung, Kleidung, Wohnung, Bildung und medizinische Versorgung, allen garantiert werden.“
Garantiert heißt: nicht abhängig von Spenden und nicht nur von November bis März. Die BAG Wohnungslosenhilfe sagt es auf ihre Weise: Die eigene Wohnung ist der wirksamste Schutz vor Kälte.
Bis dahin zählt jede Nacht. Wenn du in Berlin einen Menschen in der Kälte siehst, frag ihn, ob er Hilfe möchte. Dann ruf den Kältebus der Berliner Stadtmission an: 030 690 333 690, täglich von 20 bis 2 Uhr. Ist jemand nicht ansprechbar, wähle sofort die 112.
MENSCHLICHE WELT setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der Wohnung, Nahrung und Gesundheit für alle gesichert sind. Nicht als Gnade, sondern als Recht.
Foto: Bernd Schwabe, CC BY-SA 4.0, zugeschnitten
Dieser Beitrag erschien zuerst im TAGESLICHT Magazin: Kältehilfe seit 1. November: Ein Bett für die Nacht ist noch keine Wohnung







