Shrii P. R. Sarkar beschreibt die tieferen Ursachen des Wettrüstens und zeigt einen Weg zu ihrer Überwindung.
Der Drang, sich auszudehnen
Shrii P. R. Sarkar sieht eine grundlegende Eigenschaft aller Lebewesen darin, ihren eigenen Lebensbereich erweitern zu wollen.
Dabei beuten sie andere aus und vergessen deren Interessen.
Menschen besitzen jedoch eine zusätzliche Fähigkeit: Sie können nicht nur ihren physischen, sondern auch ihren geistigen Bereich erweitern.
Doch auch auf dieser Ebene kann das Streben nach Ausdehnung zur Ausbeutung und Beherrschung anderer führen.
Für Sarkar liegt darin eine besonders gefährliche Entwicklung: Der Wunsch nach Macht beschränkt sich nicht auf körperliche oder wirtschaftliche Kontrolle, sondern kann auch das Denken und Bewusstsein anderer Menschen unterwerfen.
Die eigentliche Ursache liegt tiefer
Eine solche Entwicklung lässt sich nicht allein durch Gesetze oder politische Vereinbarungen verhindern.
Es braucht eine Bildung, die sowohl die körperliche als auch die geistige Entwicklung des Menschen fördert. Nur so können innere Überzeugungen und äußeres Handeln in Einklang kommen.
Sarkar kritisiert, dass Friedens- und Abrüstungsbekundungen unglaubwürdig bleiben, wenn gleichzeitig an immer gefährlicheren Waffen gearbeitet wird.
Wer nach außen Frieden fordert, innerlich aber weiterhin die Vorherrschaft über andere anstrebt, hat die eigentliche Ursache des Konflikts nicht überwunden.
Auch menschliche Gefühle und moralische Appelle allein reichen seiner Ansicht nach nicht aus, um diesen Machtkampf dauerhaft zu beenden.
Bildung und spirituelle Entwicklung
Sarkar sieht deshalb zwei miteinander verbundene Wege:
Erstens braucht es eine Bildung auf Grundlage des Neohumanismus. Sie soll den Menschen dazu befähigen, das Wohl aller Lebewesen zu berücksichtigen und über enge Eigeninteressen hinauszuwachsen.
Zweitens braucht es spirituelle Praxis, die eine tiefgreifende innere Entwicklung ermöglicht. Sie hilft, die eigenen Gedanken, Wünsche und Verhaltensweisen zu verändern und das Streben nach Macht in ein Streben nach etwas Höherem umzuwandeln.
Frieden beginnt im Menschen
Die Überwindung des Wettrüstens erfordert nach Sarkars Auffassung mehr als die Kontrolle von Waffen.
Solange Menschen innerlich an Macht, Vorherrschaft und Ausbeutung festhalten, können neue Konflikte und neue Formen der Aufrüstung entstehen.
Eine menschlichere Gesellschaft braucht daher Menschen, die nicht nur äußerlich Frieden fordern, sondern auch innerlich eine entsprechende Haltung entwickeln. Neohumanistische Bildung und spirituelle Praxis sollen dazu beitragen, diesen Wandel zu ermöglichen.
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Quelle: Shrii P. R. Sarkar, „Education and Neohumanism“ (Ansprache vom 25. Mai 1985, Kalkutta), veröffentlicht in A Few Problems Solved, Part 5.
Neohumanismus ist eine Philosophie und Praxis des allumfassenden Wohlwollens.
Dieser Beitrag erschien zuerst im TAGESLICHT Magazin: Warum Abrüstungsabkommen allein keinen Frieden bringen







