Heute, am 29. Oktober, erinnern Kirchen an Henry Dunant, den Gründer des Roten Kreuzes.
Im Juni 1859 kam der Genfer Geschäftsmann nach Solferino in Norditalien.
Dort hatten sich die Heere Frankreichs, Sardiniens und Österreichs eine blutige Schlacht geliefert.
Zehntausende Verwundete lagen ohne Hilfe auf dem Feld.
Dunant organisierte mit Frauen aus dem Ort die Versorgung der Verwundeten.
Er machte dabei keinen Unterschied zwischen Freund und Feind.
„Tutti fratelli“, sagten die Helferinnen, wir sind alle Brüder.
1862 schrieb Dunant seine Erfahrungen in dem Buch „Eine Erinnerung an Solferino“ nieder.
Ein Jahr später entstand in Genf das Komitee, aus dem das Rote Kreuz hervorging.
1864 unterzeichneten zwölf Staaten die erste Genfer Konvention zum Schutz von Verwundeten.
Dunant selbst verlor später sein Vermögen und lebte lange verarmt und vergessen.
1901 erhielt er den ersten Friedensnobelpreis.
Er starb am 30. Oktober 1910 in Heiden in der Schweiz.
Sein Leben zeigt, dass ein einzelner Mensch viel bewegen kann, wenn er das Leid anderer ernst nimmt.
Dieser Gedanke steht auch im Mittelpunkt des Neohumanismus.
Der Neohumanismus versteht Liebe und Fürsorge als Haltung gegenüber allen Menschen und allen Lebewesen, über Grenzen von Nation, Religion und Lager hinweg.
MENSCHLICHE WELT steht für diese universelle Menschlichkeit, die wir im Alltag leben und mit der wir Kriege überwinden können.
Frieden ist unser gemeinsamer Auftrag.
Dieser Beitrag erschien zuerst im TAGESLICHT Magazin: Henry Dunant: Mitgefühl kennt keine Feinde







