Sechs Tage Feuerpause gaben den Menschen in Oleschky, die monatelang abgeschnitten waren, endlich die Möglichkeit zu gehen.
Vom 27. Oktober bis zum 1. November hielten Russland und die Ukraine in der Frontstadt im Gebiet Cherson eine Feuerpause ein. Vermittelt hatten sie Melania Trump und Papst Leo XIV.
Was seit dem Krieg geschah
Oleschky liegt am Ufer des Dnipro, mitten im Frontgebiet. In den letzten Jahren wurde die Stadt schwer beschossen.
Ukrainische Drohnen warfen rund um die Stadt Minen ab. Dadurch war Oleschky komplett von der Außenwelt abgeschnitten, und niemand konnte mehr hinaus.
Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamente kamen nicht mehr an. Seit Langem gab es weder Strom noch Gas, Wasser oder Heizung. Mehrere Bewohner erzählten einem Journalisten vor Ort, dass sie monatelang Gras essen mussten.
Gemeinsam Leben gerettet
Der Stab von Melania Trump vermittelte zwischen den Menschenrechtsbeauftragten Russlands und der Ukraine. Die beiden arbeiteten die Einzelheiten gemeinsam aus. Der ukrainische Beauftragte reiste mit einer eigenen Delegation über Belarus an, um die Aktion zusammen mit seiner russischen Kollegin zu überwachen.
Minenräumer machten die Straßen frei. Zwei von ihnen kamen dabei ums Leben.
Am 30. Oktober erreichte eine Kolonne die Stadt, mit 25 Bussen, etwa einem Dutzend Krankenwagen für Verletzte und Bettlägerige, zwei Bussen für Haustiere und Lastwagen für das Gepäck. Hunderte Menschen warteten mit ihren Habseligkeiten am Krankenhaus.
Jeder konnte wählen, ob er nach Russland oder in die Ukraine gebracht werden wollte. Auf der Krim trennten sich die Wege. Wer in die Ukraine wollte, wurde noch in derselben Nacht über Anapa ins belarussische Homel geflogen. Wer in Russland bleiben wollte, fand in einem Hotel auf der Krim warmes Essen und Ärzte vor.
Für die Menschen, die bleiben wollten, wurde humanitäre Hilfe in die Stadt gebracht.
Sechzehn Menschen vom medizinischen Personal blieben freiwillig im Krankenhaus, um sich um diese Menschen zu kümmern. Auch in den Monaten der Abschottung hatten sie dort operiert.
Vertrauen im Kleinen
Oleschky zeigt, dass Gegner einander vertrauen können, wenn die Führung stimmt.
Shrii P. R. Sarkar beschrieb den Neohumanismus als „Liebe zu allen Geschöpfen dieses Universums“. Diese Liebe kennt keine Fronten. Sie zeigt sich, wo ein Arzt bleibt, ein Minenräumer sein Leben riskiert und zwei Beauftragte verfeindeter Staaten gemeinsam Menschen in Sicherheit bringen.
Aus solchen Schritten wächst Frieden.
MENSCHLICHE WELT setzt sich seit Beginn des Krieges dafür ein, ihn so bald wie möglich durch Friedensdiplomatie zu beenden.
Foto: Innenministerium der Ukraine, CC BY 4.0, zugeschnitten
Dieser Beitrag erschien zuerst im TAGESLICHT Magazin: 6 Tage Frieden mitten im Krieg: Was Oleschky lehrt







