3 Voraussetzungen für Demokratie
Demokratie braucht mehr als Wahlen.
Shrii P. R. Sarkar nennt drei Voraussetzungen, ohne die Demokratie leicht zur Farce wird: Bildung, Ethik und ein waches soziales, wirtschaftliches und politisches Bewusstsein.
Bildung, die mehr ist als Vermittlung von Daten
Volksbildung ist für Sarkar eine Grundbedingung.
Bildung meint angemessenes Wissen und die Kraft, Zusammenhänge zu erfassen.
Sie soll klären, wer ich bin und was ich tun soll.
Alphabetisierung allein reicht nicht. Lesen ohne Urteilskraft lässt uns trotzdem einer irreführenden Stimme folgen.
In Deutschland liegt die Alphabetisierung hoch. Die Frage lautet eher: Haben wir genug Urteilskraft für Mieten, Krieg und Frieden, Bildung und Wirtschaft?
Können wir Programme lesen und Folgen abschätzen?
Bildung in diesem Sinne heißt, Zusammenhänge zu prüfen und nicht nur Schlagworte zu wiederholen.
Ethik in der Mehrheit
Ethik ist der zweite Grundfaktor. Sarkar schreibt klar: Wo die Mehrheit Korruption duldet oder Stimmen verkauft, werden unethische Vertreter gewählt.
Demokratie braucht, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung ethische Grundsätze ernst nimmt. Aus der Bevölkerung kommen die Abgeordneten. Wenn ethisches Handeln dort schwach ist, wird die Vertretung schwach.
Heute heißt das konkret: Ehrlichkeit in der öffentlichen Rede, Selbstlosigkeit statt Machtkalkül, Verantwortung für das Gemeinwohl.
Soziales, wirtschaftliches und politisches Bewusstsein
Auch gebildete Menschen können von gerissenen Politikern in die Irre geführt werden, wenn sie soziale, wirtschaftliche und politische Fragen nicht kennen. Sarkar nennt dieses dreifache Bewusstsein unabdingbar. Ohne es ist das Wohlergehen der Gesellschaft weder in der Theorie noch in der Praxis möglich.
Drittens ist auch ein soziales, wirtschaftliches und politisches Bewusstsein für den Erfolg der Demokratie unabdingbar. Selbst gebildete Menschen können von gewieften und gerissenen Politikern in die Irre geführt werden, wenn sie nicht ausreichend mit sozialen, wirtschaftlichen und politischen Themen vertraut sind.
Die Demokratie kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen diese drei Arten von Bewusstsein verinnerlichen. Ohne dieses Bewusstsein ist das Wohlergehen der Gesellschaft weder in der Theorie noch in der Praxis möglich. Intellektuelle dürfen daher niemals unrealistische Ideen dieser Art fördern.
– Shrii P. R. Sarkar: A Few Problems Solved Part 2
In der Praxis heißt Bewusstsein: verstehen, wer von welchen Entscheidungen profitiert; prüfen, ob Wohnen, Bildung und Sicherheit für viele zugänglich bleiben; erkennen, wann Kriegsrhetorik den Frieden verdrängt.
Es heißt auch, unrealistische Versprechen nicht zu feiern, nur weil sie gut klingen.
Was wir tun können
Ich bin überzeugt: Es ist möglich. Wir können Bildung als Urteilskraft üben, Ethik im Alltag und in der Politik verlangen und uns in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fragen fortbilden.
Die MENSCHLICHE WELT lädt dazu ein, Politik ehrlich, vernünftig und selbstlos mitzugestalten.
Ursprünglich erschienen bei TAGESLICHT Magazin.






